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Lexikon: Provisionsabrechnung im Telko- und Glasfaservertrieb

16 Begriffe, die im Provisionsvertrieb der Telekommunikationsbranche täglich vorkommen — jeweils in einem Satz definiert und dann eingeordnet. Ohne Werbung, damit man sie zitieren kann.

Zusammengestellt von televero, einer Software für die mehrstufige Provisionsabrechnung im Telko- und Glasfaservertrieb.

Provisionsabrechnung

Die Provisionsabrechnung ist die Ermittlung und Dokumentation der Vergütung, die einem Vertriebspartner oder Mitarbeiter für vermittelte Verträge zusteht.

Im Telekommunikationsvertrieb entsteht sie nicht aus eigener Rechnung, sondern aus der Gutschrift des Carriers: Erst wenn dieser abgerechnet hat, steht fest, was verteilt werden kann. Pflichtangaben sind der Vertragsbezug, die Bemessungsgrundlage, der angewandte Satz und der Zeitraum.

Reconciliation (Gutschriftabgleich)

Reconciliation ist der Abgleich der eingegangenen Carrier-Abrechnung (Ist) gegen die im System erwartete Provision (Soll).

Ohne diesen Abgleich zahlt eine Vertriebsorganisation aus, was sie erwartet hat — nicht, was sie bekommen hat. Positionen, die abweichen oder keinem Vertrag zuzuordnen sind, gehören in einen Klärfall und nicht in die Auszahlung.

Provisionskaskade

Eine Provisionskaskade verteilt eine eingehende Provision stufenweise über eine Vertriebshierarchie — vom Hauptpartner über Untervertriebspartner bis zum einzelnen Verkäufer.

Jede Stufe hat eigene Sätze; die Differenz zwischen dem, was hereinkommt, und dem, was weitergegeben wird, ist die Marge der Stufe. Die Kaskade ist der Punkt, an dem Tabellenkalkulationen scheitern: Ein geänderter Satz auf einer Stufe verändert jede Stufe darunter.

Untervertriebspartner (UVP)

Ein Untervertriebspartner ist ein selbstständiger Vertriebspartner, der nicht direkt beim Carrier, sondern bei einem anderen Vertriebspartner unter Vertrag steht.

Er verkauft im Namen des übergeordneten Partners und wird von diesem abgerechnet. Rechtlich ist er meist Handelsvertreter (§ 84 HGB); er wird nicht angewiesen, sondern beauftragt — was Folgen für Lead-Verteilung, Weisungsrechte und Datensicht hat.

Storno-Rückbelastung

Eine Storno-Rückbelastung ist die Rückforderung einer bereits ausgezahlten Provision, weil der vermittelte Vertrag innerhalb der Haftungszeit endet oder nicht realisiert wird.

Sie ist im Telko-Vertrieb der Regelfall, nicht die Ausnahme, und läuft der Auszahlung zeitlich nachher. Deshalb braucht jede Provisionszeile einen Haftungszeitraum und jede Rückforderung eine Verrechnung mit künftigen Provisionen.

Abschlussprovision (Hunter)

Die Abschlussprovision ist die einmalige Vergütung für die Vermittlung eines Neuvertrags.

Ihre Höhe ergibt sich typischerweise aus dem Monatsbeitrag, der Vertragslaufzeit und einem Faktor je Provisionsgruppe. Sie wird beim Neuvertrag fällig und ist der Teil, der storniert werden kann.

Bestandsprovision / Airtime (Farmer)

Die Bestandsprovision ist eine laufende Vergütung für die Betreuung eines bestehenden Vertrags, oft als Prozentsatz des monatlichen Umsatzes (Airtime).

Sie fließt über die ganze Vertragslaufzeit und wird häufig einer anderen Vertriebsnummer zugeordnet als die Abschlussprovision — die Betreuung des Bestands ist eine andere Aufgabe als die Neukundengewinnung.

Vertriebsordnungsnummer (VO-Nummer)

Die VO-Nummer ist die Kennung, unter der ein Carrier einen Vertriebspartner führt und dessen Umsätze abrechnet.

Sie ist der Schlüssel zwischen Carrier-Gutschrift und eigener Hierarchie: Ohne saubere Zuordnung von VO-Nummer zu Partner und Mitarbeiter lässt sich eine Gutschrift nicht herunterbrechen. Untergliederungen (Partner-Mitarbeiter) werden meist als Suffix geführt.

Klärfall

Ein Klärfall ist eine Abrechnungsposition, die sich nicht eindeutig einem erwarteten Vertrag zuordnen lässt oder in der Höhe abweicht.

Er ist kein Fehler des Systems, sondern dessen Zweck: Die Alternative wäre eine stillschweigende Annahme — und die kostet entweder Geld oder Vertrauen. Ein Klärfall wird dem Carrier gegenüber geklärt und erst danach abgerechnet.

Mandantenfähigkeit

Mandantenfähigkeit bedeutet, dass mehrere rechtlich getrennte Organisationen dieselbe Software nutzen, ohne die Daten der jeweils anderen sehen zu können.

Im Provisionsumfeld ist sie keine Komfortfunktion, sondern eine Sichtgrenze: Vertriebspartner desselben Mandanten dürfen einander nicht sehen, und Vertriebsrollen dürfen fremde Beträge und Margen nicht sehen. Wirksam ist sie nur, wenn die Grenze in jede Abfrage hineingeschrieben wird, statt geprüft zu werden.

GoBD

Die GoBD sind die Grundsätze der Finanzverwaltung zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern und Aufzeichnungen in elektronischer Form.

Für die Provisionsabrechnung heißt das vor allem: Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit. Eine ausgestellte Abrechnung wird nicht überschrieben, sondern korrigiert — mit sichtbarer Spur.

Buildings Passed / OnNet

Buildings Passed bezeichnet Gebäude, an denen ein Glasfasernetz bereits vorbeigeführt ist; OnNet bezeichnet Gebäude, die am eigenen Netz angeschlossen oder anschließbar sind.

Für den Vertrieb ist das die Einsatzgrenze: Ein Besuch oder Anruf ohne verfügbaren Anschluss kostet Zeit und Glaubwürdigkeit. Gebietsplanung im Door2Door-Vertrieb beginnt deshalb mit dieser Information, nicht mit der Adressliste.

Door2Door-Vertrieb (B2B)

Door2Door-Vertrieb ist die persönliche Ansprache von Entscheidern am Betriebssitz, ohne vorherige Terminvereinbarung.

Im B2B unterscheidet er sich deutlich vom Haustürvertrieb bei Verbrauchern: Es gilt kein Verbraucherwiderrufsrecht, aber der Verhaltenskodex der Branche gilt als Maßstab, und die Qualifizierung der eingesetzten Personen ist nachzuweisen.

Mutmaßliche Einwilligung (§ 7 UWG)

Bei Telefonwerbung gegenüber Unternehmen genügt nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG die zumindest mutmaßliche Einwilligung — ein sachlicher Zusammenhang zwischen dem angebotenen Produkt und der Tätigkeit des angerufenen Unternehmens.

Gegenüber Verbrauchern ist dagegen die vorherige ausdrückliche Einwilligung erforderlich. Praktisch bedeutet das: Der Grund der Ansprache gehört an den Lead, bevor angerufen wird — nachträglich ist er nicht mehr zu belegen.

Lead-Routing im Partnervertrieb

Lead-Routing ist die regelbasierte Übergabe eines Interessenten an den passenden Vertriebspartner.

In einer Partnerstruktur ist die Übergabe kein Zuweisungsvermerk, sondern ein Angebot mit Frist: Ein selbstständiger Partner nimmt an oder gibt zurück. Ohne diese Zusage gilt ein Lead als verteilt, ohne dass ihn jemand bearbeitet.

Provisionsgruppe

Eine Provisionsgruppe bündelt Produkte mit gleicher Vergütungslogik, damit Sätze nicht je Produkt einzeln gepflegt werden müssen.

Carrier arbeiten meist mit Gruppen und Faktoren statt mit Einzelbeträgen; ein neues Produkt fällt dann in eine bestehende Gruppe und ist ohne Neupflege abrechenbar.

Wie televero diese Begriffe verwendet

televero ist eine mandantenfähige B2B-Software für die mehrstufige Provisionsabrechnung im Telekommunikations- und Glasfaservertrieb.

Die Software liest die Carrier-Gutschrift ein, gleicht sie gegen die erwartete Provision ab, bricht sie über die Vertriebshierarchie herunter und führt Storno-Rückbelastungen mit. Produktübersicht · Preise

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